Das Alptraum-Szenario

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Als der Large Hadron Collider am CERN im Jahr 2009 in Betrieb ging, wusste man natürlich nicht, was man mit der Maschine entdecken würde. Wenn das schon vorher klar gewesen wäre, hätte man sich den Aufwand schließlich sparen können! Aber – man hatte diese Investition doch nicht ganz ohne Absicherung gemacht, denn es gab das sogenannte No-Lose-Theorem, ein Argument, weshalb man sich sehr sicher sein konnte, dass der LHC nicht ohne Entdeckung bleiben würde. Es lautete in etwa so:

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Believe the Hype! Für eine unverhohlene Wissenschafts-Eventkultur

Fast jeder, der dieser Tage die Wissenschaftsnachrichten verfolgt, wird mitbekommen haben, dass am morgigen amerikanischen Unabhängigkeitstag (seit 2012 auch der Higgs-Tag!) die Sonde Juno den Jupiter erreicht. Wochen vorher schon begann auf diversen Podcasts und Blogs die Vorfreude auf diese nächste Heldentat der Raumfahrt.

Auch wenn sie noch von einem vergleichsweise kleinen Personenkreis verfolgt werden, werden wissenschaftliche Ereignisse zunehmend zu gesellschaftlichen „Events“, die gemeinsam erwartet, erlebt und gefeiert werden. Das geschieht in viel kleinerem Rahmen als bei einem Fußballturnier, aber nicht zuletzt dank der sozialen Medien schon wesentlich intensiver als vor 10 Jahren. Gerade wenn es um die inspirierenden Themen geht – die Eroberung des Weltalls, die Anfänge des Universums und darum, was die Welt im Innersten zusammenhält – fühlt man sich inzwischen zumindest ein kleines bisschen wie beim Fußballschauen, nur dass eben nicht gemeinsam mitgefiebert wird, ob der Elfmeter verwandelt wird, sondern dabei, ob die Sonde den fernen Kometen trifft oder die neueste SpaceX-Rakete die Landeplattform. Autokorsos bleiben noch aus, aber das kann ja noch werden.

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(Quelle: CERN)

Erklimmt das LHC-Signal für das Higgs-Boson die 5 Standardabweichungen, haben „wir“ Gravitationswellen gesehen? Wie andere Events werfen diese Dinge inzwischen ihre Schatten voraus. Im Fall der Gravitationswellen bei LIGO verbreiteten Physiker wie z.B. Lawrence Krauss schon Monate vor der offiziellen Pressekonferenz relativ konkrete Gerüchte, die dann in den sozialen Medien und Wissenschaftsblogs ihre Runden drehten, bis sie von der konventionellen Presse aufgegriffen wurden.

Dass das für die Experimentatoren der LIGO-Kollaboration mitunter auch frustrierend war, ist durchaus nachvollziehbar, und es hagelte teils bittere Kritik an den Gerüchteköchen – lenken sie nicht die wertvolle gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf sich, die eigentlich den Wissenschaftlern der Experimente zusteht, und stehlen damit deren Moment des Triumphs? Der Konsens unter Wissenschaftlern scheint zu sein, dass abgewartet werden muss, bis alles offiziell fertig und abgesegnet ist, von der entsprechenden Stelle verkündet und dann von der Öffentlichkeit wohlwollend zur Kenntnis genommen werden kann – nur dann ist der Vorgang der hehren Wissenschaft angemessen. Das sehe ich anders.
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Der Graph des Monats: Bosonen-Allerlei

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Graf Graph lässt bitten…

Egal, ob bahnbrechende Jahrhundert-Entdeckungen oder die Diskussion minutiöser technischer Feinheiten – fast immer sind in der Physik Grafiken, Plots, Diagramme mit von der Partie.

In diesem Segment nehmen wir uns mal besonders aktuelle, mal einfach nur interessante oder hübsche Grafiken aus der Teilchenphysik und verwandten Gebieten vor, und erzählen, was man sieht und welche physikalischen Phänomene und Ideen dahinter stecken.

Als Einstieg für unser Graph-des-Monats-Feature haben wir diese schöne Grafik des CMS – Experiments ausgewählt, einem der großen Experimente am Large Hadron Collider. Hier gibt es allerlei zu sehen:

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Was sehen wir in diesem hübschen Bild? Weiterlesen „Der Graph des Monats: Bosonen-Allerlei“